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Traumdeutung
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Was bringt das?
von Harald R. Meder
Der
Traum hat zu allen Zeiten das Interesse der Menschen geweckt. Auch in der
Jetztzeit, das beweist eine Statistik von Google
(TM)
& Co, derzufolge
Traumdeutung mit 190.446 Abfragen innerhalb von drei Monaten mit Abstand
an erster Stelle liegt. Die im Titel gestellte Frage ist demnach
berechtigt und stützt sich auf das Interesse einer Mehrzeit der Leser.
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Wozu deutet man Träume?
Das wissen viele Leute überhaupt nicht ~ sie interessieren
sich einfach für das, was Ihnen der Traum sagt. Ähnlich vielleicht, wie
man sich umsieht, wenn ein Schrei ertönt oder das Geräusch von
splitterndem Glas die Stille zerbricht. Nur eine Minderheit kommt auf die
Idee, mit dem, was ihnen ihre Träume sagen, etwas anzufangen. Zu dieser
elitären Schicht gehören neben Psychoanalytikern und Psychotherapeuten die
Traumfreunde in aller Welt. Sie orientieren sich an Büchern, treffen sich
in Traumseminaren oder experimentieren und pfuschen einfach drauflos. Wo
Neuland ist, da kann sich jeder ansiedeln, ganz egal, ob qualifiziert und
kompetent oder nicht. Aber das ist keine Besonderheit dieses Metiers.
Überall und in jedem Genre gibt es Könner und Nichtskönner. Um das geht es
hier nicht. Wir wollen nur wissen, warum man Träume deuten soll. Und was
man darunter versteht, wenn man von Traumarbeit spricht.
•
Psycho-Feedback
Der Traum ist eine Botschaft aus dem Urgrund der Seele. Eine Botschaft an
das Bewusstsein. Diese Botschaft verfolgt unbeirrbar das Ziel, dass wir
nichts tun, was uns schaden könnte. Man kann den Traum mit einem Kompass
vergleichen, dessen Nadel stets nach Norden zeigt und eine sichere
Orientierung ermöglicht. Wer gelernt hat, die Botschaft seiner Träume
richtig zu deuten, der kann nicht in die Irre gehen. Und das ist sehr viel
wert. Denn viele Menschen haben nicht nur den falschen Job, sondern auch
einen Partner, der gar nicht zu ihnen passt. Und beides miteinander nimmt
auf Dauer die Lebensfreude und macht seelisch und körperlich krank. Es
macht also Sinn, wenn man seine Träume deutet oder sich deuten lässt. Aber
dabei sollte man es nicht bewenden lassen.
• Traumarbeit
Es gibt viele
Möglichkeiten, mit dem Feedback der Träume umzugehen ~ gute und weniger
gute. Was viele Leute nicht wissen, ist die Tatsache, dass eine falsche
Deutung und die daraus resultierende Traumarbeit nicht weniger gut
ist, sondern schädlich. Wer z. B. Kung-Fu aus einem Buch lernt, dem
entgehen die Feinheiten, die nur ein Meister lehren kann. Tritt ein
Ernstfall ein und macht er etwas falsch, so kann er sich im günstigsten
Fall eine Hand brechen ~ aber im ungünstigsten Fall ist er invalid. Wer in
Unkenntnis der Gesetzmässigkeiten mit Träumen arbeitet, der erzielt nicht
weniger Wirkung als ein anderer, sondern er erzielt eine konträre
Wirkung. Das heißt, er verschlimmbessert seinen Zustand.
"Wer
mit seinen Träumen arbeiten will, muss also nicht nur richtig deuten,
sondern er muss auch wissen, was er mit einem Traum machen kann und was
nicht. Beides kann man nicht aus Büchern oder in einem Seminar lernen,
sondern nur in der Einzelarbeit und anhand der eigenen Träume. Das hat
zwar seinen Preis, zahlt sich aber aus. Denn Träume lügen nicht. Wenn
etwas nicht stimmt, dann immer die Deutung, niemals der Traum. Und wenn
die Arbeit mit Träumen nicht den gewünschten Erfolg bringt, dann liegt das
daran, dass der Traum entweder nicht richtig verstanden wurde oder dass
die Traumarbeit fehlerhaft war. Menschen können Fehler machen, der Traum
irrt sich nie".
• Traumkultur
Mit
der Traumkultur des modernen Menschen steht es nicht zum Besten. Die
Beziehung zu den bildhaften inneren Vorgängen ist ambivalent. Das
Interesse kollidiert mit der Angst vor dem Ominösen und der Wahrheit. Das
Ergebnis gleicht einem Kolbenfresser. Zwar interessiert man sich dafür,
was einem dieser oder jener Traum sagt, aber man wählt einen Weg, der
widersinnig ist. Man klickt sich in ein Forum des WWW
oder fragt einen Freund, der weniger weiß als man selbst. Auf diese
verquere Art versucht man sich zu beruhigen. Man tut ja etwas, also kann
keiner das Gegenteil behaupten. Aber was man macht, ist nicht von Erfolg
gekrönt. Zumindest nicht von einem positiven Erfolg. Da ist viel
Aufbauarbeit nötig, weil andernfalls eine natürliche Form der
Psychohygiene ungenützt bleibt und durch Angebote ersetzt wird, die
zumindest umstritten sind. Wer mit Träumen arbeitet, wird nicht zum
Träumer, wie viele Leute denken, sondern er erreicht den Entwicklungsstand
des integralen Realismus, weil er die Kunst beherrscht, die innere mit der
äußeren Realität in Einklang zu bringen.
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Harald R. Meder - Kurzbiografie
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